Transkript
Was bedeutet es, während der Covid-Zeit mit Herz zu führen und wie hat das deinen Abschied geprägt?
Covid ist gerade fünf Jahre her und ich habe in dieser Zeit meinen Abschied aus dem Berufsleben gehabt.
Es war für mich ein Grund, früher aus dem Berufsleben auszusteigen, zwei Jahre früher wie geplant, weil ich merkte, ich kann das, was ich sehr, sehr gerne mache,in den letzten zwei Jahren nicht mehr ausführen, nämlich permanent auch rauszugehen und Kunden zu treffen, in die Servicebetriebe zu gehen.
Es waren einfach eingeschränkte Möglichkeiten, sich mit anderen Menschen zu unterhalten. Das hat mich ein bisschen zurückgeworfen.
Ich habe dann gesagt: „Gut, ich bin bereit, den Bereich, den ich jetzt seit 2012 aufgebaut habe, früher zu verlassen, wie eigentlich geplant, aber es wäre mir sehr daran gelegen wen ich vielleicht meinen Nachfolger mit auswählen dürfte.
Und das war eine tolle Geschichte, denn das Management Board hat diesem Vorschlag zugestimmt und ich durfte meinen Nachfolger dann sogar drei Monate gemeinsam einarbeiten.
Wir sind dann durch die Nation gefahren, haben unsere Betriebe … Wir hatten zehn Servicebetriebe in Deutschland besucht.
Wir haben sehr viele Kunden besucht.Es war mir wichtig, eine Übergabe der Kundenbeziehungen zu machen,die über Jahre gewachsen sind.
Und eigentlich das Schönste für mich war dann, dass die Unternehmensleitung beschlossen hat zu meinem Abschied ein kleines Event zu veranstalten, und zwar keine interne Veranstaltung, wo man zusammenkommt, etwas trinkt, sondern nein,wir haben daraus ein Kundenevent gemacht und haben über 60 Kunden aus Deutschland,aus Österreich und Tschechien eingeladen, im November 2021 zu uns nach Ulm zu kommen, um dort einen Branchentreft abzuhalten,eine Abendveranstaltung.
Und das Nette war, es gab keine Band oder so was, sondern da haben sich so viele Menschen jahrelang nicht mehr gesehen und die hatten jetzt eine Möglichkeit, sich wieder intensiv auszutauschen.
Ich war irgendwo der Auslöser für diese Zusammenkunft, aber das Schöne war und für mich als Beobachter und natürlich auch Hauptgast an diesem Abend, zu sehen, wie die Freude groß war und der Austausch so intensiv war zwischen den Unternehmen,zwischen Mitgliedern unserer Sports von Daimler Basis, die alle persönlich anwesend waren.
Die haben sie natürlich mit den Kunden unterhalten und das hat mich mit sehr viel Stolz und Freude erfüllt, dass ich da der Anlass war, dass so viele wichtige Player aus der Branche wegen mir gekommen sind.
Wieso sind die denn alle gekommen?Gut, das ist natürlich ein Teil vielleicht sicherlich auch Wertschätzung mir gegenüber gewesen, weil ich auch versucht habe, immer sehr gut mit dieser Branche,mit diesen Playern zusammenzuarbeiten.
Da sind persönliche Beziehungen entstanden,das ist so in einem langen Berufsleben.
Aber die waren natürlich auch heiß drauf, sich wieder zu treffen und Anlass zu haben, mal wieder sich auszutauschen, neue Themen zu erfahren.
Und das ist ja häufig so im Berufsleben, wenn das jetzt keine ganz offizielle große Veranstaltung, Messe oder so weiter ist, sondern ein kleineres Event, hat man Möglichkeiten, mehr Kontakte zu knüpfen.
Und auch in dieser Branche ist es wichtig, Kontakte zu haben.
Da hilft mal der Unternehmer aus Norddeutschland dem Unternehmer aus Süddeutschland,wenn der in Norddeutschland eine Reisegruppe hat, die haben ein technisches Problem, dann hilft der mit einem Fahrzeug.
Deshalb ist es immer wichtig, eine Plattform zu bieten, wo sich Kunden austauschen können.
Und das war mir persönlich immer sehr wichtig.Wenn ich – und das konnte ich ja auch in meiner Rolle selbst als Führungskraft, mit zu Kunden gehen –, dass mir war daran gelegen, nicht, dass wir dem Kunden nur einen Bus verkaufen und sagen: Jetzt haben wir unseren Job gemacht.
Nein, mir war wichtig, dass man mit diesem Kunden eine Beziehung aufbaut, wo man sich austauscht, wo man auf Augenhöhe spricht, um neue Themen zu erfahren, aber gleichzeitig um zu helfen, vielleicht mit dem Kunden gemeinsam,Lösungen zu entwickeln, wo er sein Geschäft verbessern kann und wir dann mit unseren Produkten daran partizipieren können.
Sozusagen ein Geben und ein Nehmen, oder?Man gibt was offensiv in die Branche rein und hofft, dass es dann auf Umwege vielleicht auch wieder zurückkommt.
Absolut. Und ich kann sogar sagen, dass es Themen gab oder mal Erlebnisse gab, wo ich nach einem Kundenbesuch Themen mitgenommen habe, wo ich sage, da können wir vom Kunden lernen.
Also das geht in beide Richtungen.Nicht nur, dass wir zuhören und vielleicht den Kunden beraten können, wo er etwas besser machen kann, sondern auch umgekehrt, dass er seinen Kunden Themen aufzeigt.
Das waren damals Telematikdienstleistungen.Wir wollten in die Telematikdienstleistung einsteigen und dem Kunden dort einen Mehrwert schaffen.
Und er hat mir sein System vorgestellt und ich musste anerkennen, das ist besser wie das, was wir haben.
Und das gehört auch dazu, dass man sich dort öffnet.
Und für mich war es immer eine Begeisterung eben zu erleben,dass es andere Lösungen gibt und damit wir auch andere Lösungen entwickeln müssen, beziehungsweise manchmal auch sagen können: Lass uns eine Lösung einkaufen,bevor wir sie selber entwickeln.
